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(Innerer) Konflikt: Aushalten oder handeln?

Ich glaube, dass es oft gut ist, erst mal abzuwarten. Dieses Unbehagen, was du fühlst, hat dir möglicherweise viel zu sagen.

Wir haben die Tendenz, zu schnell im Äußeren aktiv zu werden, wenn im Inneren etwas im Ungleichgewicht ist. Ich sage nicht, dass wir gar nicht im Äußeren aktiv werden sollen. Das wäre auch Quatsch – wir sind so tief mit unserem Äußeren verbunden und in Wechselwirkung mit ihm. Natürlich wollen und sollen wir für ein Umfeld sorgen, in dem wir uns wohlfühlen und was uns gut tut.

Aber: Es kann sich lohnen, erst mal bei dem Unbehagen zu bleiben und es wirklich zu erforschen. Dann können wir nämlich an der richtigen Stellschraube drehen und uns selbst genau dort helfen, wo es wirklich sinnvoll ist.

Vielleicht gibt es bei dieser Vorstellung einen Teil in dir, der mit Angst oder Wut reagiert. Der will, dass du jetzt sofort aktiv wirst und die (vermeintliche) Quelle deines Unbehagens abstellst. Ich kenne das sehr gut von mir. Meine Bereitschaft, Dissonanzen, Ungereimtheiten, Unangenehmes auszuhalten ist sehr gering… Aber ich habe gelernt, dass ich etwas gewinnen kann, wenn ich doch noch länger dranbleibe, noch etwas länger hinfühle. Das kann ich mittlerweile, weil ich mir immer wieder aufs Neue das Versprechen gebe: Ich werde mich darum kümmern. Ich werde mich selbst nicht leiden lassen. Aber ich will dem echten Grund vorher so gut wie möglich auf die Schliche kommen. Umso besser kann ich mir helfen.

Was ich damit sagen will: Was immer gerade bei dir los ist, vielleicht kannst du den Mut und die Kraft aufbringen, es noch ein bisschen länger auszuhalten und noch ein bisschen tiefer in das Gefühl einzusteigen. Versprich’ dir selbst, dass du dich nicht im Stich lassen wirst. Du wirst ins Handeln gehen, wenn du besser weißt, worum es bei deinem Thema eigentlich geht.

Deine Nathalie

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