Artikel
0 Kommentare

So kommst du mit deinem Inneren Kind in Kontakt.

Herzlichen Glückwunsch, du willst deinem Inneren Kind begegnen! Noch einen letzten Blick in den Spiegel: Hängt nichts zwischen den Zähnen und die Fingernägel sind auch sauber!? Klasse, los geht’s.

Hmmm… Aber wie? Da ist ja niemand. Niemand, den du anlächeln, dem du die Hand reichen könntest. Du kannst nicht zu irgendwem sagen – Hey, kleiner Frederik, ich bin’s, der große Fred. Ich will dich kennen lernen! Hast du Lust was zu spielen?

Dafür bräuchte es ein Gegenüber.

Mit dem Inneren Kind in Kontakt zu kommen, heißt, dieses Gegenüber in sich selbst zu entdecken. Festzustellen: Ja, da ist ein Teil in mir, der sich begrüßen und ansprechen lässt, mit dem ich irgendwie umgehen kann und der darauf emotional reagiert. Da gibt es einen Teil in mir, für den macht es einen Unterschied, ob ich ihn wahrnehme oder nicht, ob ich freundlich zu ihm bin oder nicht!

Dass es dieses Gegenüber in dir gibt, ist sicher (mehr dazu im Artikel „Was ist Inneres-Kind-Arbeit?„). Wie dieses Gegenüber für dich erfahrbar wird, wirst du herausfinden, wenn du anfängst, es in dir zu suchen.

Für diese Suche möchte ich heute Methoden mit dir teilen, mit denen du den Kontakt zu deinem Inneren Kind aufbauen und pflegen kannst.

Wir fangen gleich an:

Briefe an dein Inneres Kind

Du kannst deinem Inneren Kind Briefe schreiben. So richtig mit Stift und Papier und so richtig, als gäbe es da wen, der oder die diese Briefe lesen wird.

Du kannst ihm alles schreiben, was dir durch den Kopf geht: Dass du nicht weißt, wer es ist, dass du dir nicht vorstellen kannst, dass es antworten wird, dass du gespannt bist, was passiert, … Schreib‘ es raus.

Schreib‘ ihm, warum du es kennen lernen willst, schreib‘ ihm von deinen Hoffnungen, deinen Ängsten, deinen Ideen. Schreib‘, schreib‘, schreib‘. Es hört zu, es liest mit.

Wenn du fertig bist, nimm‘ dir ein neues Blatt und schreibe, was dein Inneres Kind antworten würde. Es ist erstaunlich, wie oft tatsächlich eine Antwort kommt, wenn wir den Austausch mit einem Inneren Anteil suchen.

Nicht erstaunlich ist allerdings, wenn gerade der Inneres-Kind-Anteil erst mal nicht antwortet. Viele Innere Kinder sind es gewohnt, jahrelang nicht angesprochen worden zu sein und trauen dem Frieden nicht so recht. Und du, du übst ja auch gerade erst, du beginnst ja gerade erst diese neue Art der Kommunikation mit dir selbst.

Gib‘ euch Zeit.

Fantasiereisen zu deinem Inneren Kind

Eine Fantasiereise ist eine Art vorgelesene Geschichte, die dich durch eine bestimmte Erfahrung hindurch leitet. Bei Fantasiereisen zum Inneren Kind, wird das Innere Kind meistens „besucht“. An einem Ort in deinem Inneren.

Dort findest du es dann vor, es macht etwas, sagt etwas. Oder auch nicht. An dem, wie du dein Inneres Kind vorfindest, kannst du gut erkennen, wie es ihm gerade geht und was es braucht.

Ich nutze Fantasiereisen fast gar nicht für mich, weil sie nicht „meins“ sind. Trotzdem sind sie eine sehr wirkungsvolle Methode und ich möchte sie dir sehr ans Herz legen. Du wirst mit der Zeit eigene Vorlieben herausfinden.

Es gibt einige Youtube-Kanäle, die solche geführten Fantasiereisen anbieten. Besonders empfehlenswert finde ich die CD von Luise Reddemann – „Dem Inneren Kind begegnen.“* (Anzeige).

Malen, Basteln, Kunst als Weg zum Inneren Kind

Gestaltende Künste (Malen, Basteln, Musizieren…) sind, anders als gesprochene und geschriebene Worte, näher an unserer Gefühlswelt. Sie können noch feiner Nuancen in unseren Emotionen ausdrücken, können Vorsprachliches abbilden.

Es gibt Innere Kinder, die am Liebsten oder nur auf dieser Ebene zu erreichen sind. Gerade dann, wenn diese Anteile noch sehr jung sind, kann es sein, dass Methoden, die auf Sprache setzen, keine Chance haben.

Mit Wasserfarben, Filzstiften, Kleber, Papier oder was dir beliebt, ausgestattet, machst du es dir gemütlich. Dann gestaltest du einfach mal drauf los. Nichts bewerten, nicht zensieren und wenn ein neues Blatt her soll, nimmst du es dir. Lass deinen Impulsen freien Lauf.

Im Prozess wirst du merken, ob du eher als Erwachsene*r oder als Kind ans Werk gehst. Beides ist völlig in Ordnung. Und wenn du gar nichts merkst, ist das auch in Ordnung. Dein Inneres Kind weiß, dass es gemeint ist. Es weiß auch, dass es mitmachen darf. Es traut sich vielleicht noch nicht. Und ihr beide braucht Übung darin, in ein gemeinsames Tun zu kommne.

Mit der Zeit kann dein Inneres Kind über das Malen, Basteln, Musizieren einen Weg finden, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Das wird es erleichtern. Und du zeigst ihm damit: Deine Gefühle sind mir wichtig. Ich nehme dich wahr. Das wird ihm sehr gut tun.

Mit dem Inneren Kind sprechen

Dein Inneres Kind ist möglicherweise auch direkt ansprechbar für dich. Finde es heraus! Mach‘ es dir dazu bequem an einer Stelle, an der es sich gerade gut und richtig anfühlt für dich. Bereite auch einen Platz für dein Inneres Kind vor. Setze dich auf deinen Platz und stell‘ dir dann vor, auf dem für es vorgesehenen Platz sitze dein Inneres Kind. Du kannst es nun ansprechen. Kannst sagen: „Hey, ich bin’s, der erwachsene Mensch, der aus dir geworden ist.“ und/oder natürlich alles, was du sagen möchtest. (Sagen darf übrigens auch ganz leise oder im Kopf passieren, wenn dir das eher behagt.) Dann stehst du auf und setzt dich auf den Platz deines Inneren Kindes. Wie fühlt sich das an, hier zu sitzen und zu hören, was der Erwachsene gerade gesagt hat? Hast du den Impuls, dem Erwachsenen etwas zu sagen? Wenn ja, dann raus damit! Wenn du merkst, das alles gesagt ist, setzt du dich wieder auf den Platz des Erwachsenen. Wie geht es ihm nun mit dem Gehörten? Möchtest du als Erwachsene*r etwas sagen? Und schon seit ihr im Dialog, du und dein Inneres Kind…

Welche Methode ist die richtige für dich, um mit deinem Inneren Kind in Kontakt zu kommen?

Mit welcher Methode du am liebsten und am besten arbeitest, findest du heraus, indem du sie alle ausprobierst. Es reicht aber auch für den Anfang, wenn du dich auf die Methode beschränkst, zu der du am meisten „Ja“ fühlen kannst. Wenn du damit beim ersten Mal schon Kontakt zu deinem Inneren Kind bekommst – prima! Wenn nicht, dann versuche es später noch mal oder mit einer anderen Methode. Dass es von Anfang an gut funktioniert, ist eher die Ausnahme. Die Regel ist, dass es holprig wird. Daran kann ich gar nicht oft genug erinnern, denn: Wenn du einplanst, dass es möglich ist, dass ihr Zeit braucht um miteinander warm zu werden, wirst du dir nicht so viel Druck machen.

Wie geht es weiter?

Im Großen und Ganzen genau so wie beschrieben.

Du wirst mit der Zeit immer besser darin werden, Kontakt zu deinem Inneren Kind aufzubauen. Du wirst immer besser merken, wann welche Methode die richtige für dich ist. Du wirst mit der Zeit unterscheiden lernen, wann du aus deiner erwachsenen Energie heraus sprichst und wann dein Inneres Kind zu dir spricht.

Es ist alles Übung, ganz ganz viel Übung.

Die mit (*) gekennzeichnete Anzeige ist ein Provisions-Link. Wenn du etwas über den Klick auf diesen Link einkaufst (in der Regel wird dich ein solcher Link zu Amazon führen), bekomme ich eine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.